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unser archiv

Unser Archiv bewahrt wertvolle Inhalte, die nicht ständig im Einsatz sind, aber für uns unverzichtbar bleiben. So können wir jederzeit schnell darauf zugreifen und sie als Inspirationsquelle in neue Projekte, Ausstellungen und Gespräche einfließen lassen.

Unsere Filme

Unsere Filme erzählen vom Geld in all seinen Facetten – von seiner Geschichte bis zu seinen kulturellen und gesellschaftlichen Bedeutungen – und greifen dabei auch Themen vergangener Ausstellungen auf. Sorgfältig produziert, laden sie dazu ein, Wissen anschaulich zu erleben und neue Perspektiven zu entdecken.

Geldgeschichte

Teil I: Münzen aus dem Altertum

Dieses Video folgt der Direktionsassistentin des MoneyMuseums in die Münzsammlung, und zwar zur Vitrine mit Münzen aus dem Altertum. Zu sehen und hören sind hier ein Keilschrift-Täfelchen, ein Krösus-Stater, eine Athener Tetradrachme, ein römischer Denar und ein Solidus, die von ihrem bewegten Leben erzählen und manchmal darüber in Streit geraten.

Teil III: Münzen aus der Neuzeit

Dieses Video folgt der Direktionsassistentin des MoneyMuseums zur Vitrine mit den neuzeitlichen Münzen der Sammlung. Fünf besonders prominente Exemplare sind darin ausgestellt: ein spanischer Peso, ein Dollar, ein Maria-Theresien-Taler sowie ein Guldiner des österreichischen Erzherzogs Sigismund – und schliesslich eine Münze, die so gar nicht zu den anderen passt: der Euro. Er wirkt wie ein Kuckuck im fremden Nest und ist den anderen überhaupt nicht willkommen. Jedenfalls sind die Münzen heftig am Streiten, als die Direktionsassistentin zu ihnen tritt. Vor allem der Dollar und der Euro können's – was Wunder – wenig miteinander.

Im 16. Jahrhundert durchlebt die europäische Welt einen gewaltigen Wandel: War sie bis anhin vor allem rural geprägt, gewinnen jetzt Städte an Bedeutung. Lebhafte Märkte entstehen und schliessen sich zum ersten Mal in der Geschichte zu einem einzigen, länderübergreifenden Markt zusammen. Es ist die Geburt der Marktwirtschaft. Geld wird allgegenwärtig. Und nichts weniger als ein neues Bewusstsein kommt auf. Es wirkt bis tief ins Unbewusste und verändert nicht zuletzt auch unsere Rhythmuswahrnehmung. Doch worauf gründen sie, das neue Bewusstsein, der neue Rhythmus? Es ist – das Geld. So jedenfalls lautet die These, die in diesem filmischen Essay in Szene gesetzt wird. Der Spruch «Zeit ist Geld» wird dabei sinnlich greifbar und Geld im Wortsinn zum Mass aller Dinge ...

Dieser Film ist auch für Workshops vorbereitet, indem fünf Sequenzen mit Text und Fragen eingefügt wurden. Bitte hier drücken. 

Die Finanzkrise, die im Herbst 2008 über die Welt hereinbrach und sich mittlerweile zu einer globalen Wirtschaftskrise ungewissen Ausgangs entwickelt hat, ist nicht aus dem Nichts gekommen und nicht die erste ihrer Art. In ihrem Ausmass aber ist sie von gigantischer Einmaligkeit.

Dieses Video erzählt die Chronik ihres Entstehens. Es ist die Geschichte eines Kartenhauses, das – auf Basis des realen Häusermarkts in den USA – immer schneller immer höher gebaut wurde, bis es schliesslich kollabierte und dabei ein bisher ungekanntes Quantum an Geld, Sicherheit und Vertrauen vernichtete ...

Die Geldgeschichte von Zürich ist von lokalen wie internationalen Geschehnissen geprägt. Auf heimischer Ebene z. B. ist sie mehrere Jahrhunderte lang eng mit den Geschicken des Zürcher Fraumünsterstifts verwoben. Doch die Reformation, das Aufkommen von Manufakturen, der Dreissigjährige Krieg, die Französische Revolution und weitere historische Ereignisse haben ebenfalls ihre Spuren in der hiesigen Geldgeschichte hinterlassen. Diese DVD spürt ihnen nach.

«Reiche wachsen und schwinden. Staaten kommen und vergehen», schrieb Luo Guanzhong in seinem Roman «Die drei Reiche». Gleiches liesse sich von Chinas Geld sagen: Das Land des Drachen hat im Lauf seiner langen Entwicklung von einer kleinen Kulturinsel am Gelben Fluss zur Volksrepublik viele Geldformen kommen und gehen sehen. Und doch ist seine Geldgeschichte von einer einzigartigen Stabilität geprägt – Kauriwährung und Käschmünze z. B. waren jahrhundertelang in Umlauf. Sie und weitere Gelder aus dem Reich der Mitte werden Ihnen hier in ihrem historischen Kontext vorgestellt. Kommentare von Dagmar Lorenz, Sinologin und Autorin der DVD, ergänzen die kleine Tour d'Horizon.

Ob man dem Geld huldigt wie dem Goldenen Kalb oder es als schnöden Mammon betrachtet – davon unberührt bleibt niemand. So wundert es wenig, das Fragen rund ums Geld auch jene beschäftigen, die um das menschliche Seelenheil besorgt sind: die Religionen.

Dieses Video befasst sich mit der christlichen und geht der Frage nach, was das Neue Testament über Geld und den richtigen Umgang damit zu sagen hat. Und siehe da: Es finden sich in seinen Schriften mehr Antworten, als man denken könnte. Dabei erfahren Sie nicht zuletzt in Bild und Text, welche Münzen zu Jesu Zeiten in Judäa in Umlauf waren ...

Letzte Änderung:11/08/2025

Ausstellungen im MoneyMuseum

Eine Zeitreise durch sechs Münzstätte vom 16. Jahrhundert bis heute

Ein Metallstück mit hohem Druck zwischen zwei Stempeln gepresst – und fertig ist die Münze. Ist die Münzproduktion tatsächlich so einfach? Und wie war das früher? Dieses Video geht solchen Fragen auf einer Reise in verschiedene Jahrhunderte und Städte der westlichen Welt nach. Sie erhalten dabei Gelegenheit zum Besuch von fünf Münz(werk)stätten und dem MoneyMuseum, wo Sie nicht nur Details über diverse Prägetechniken, sondern auch Aufschlussreiches über die jeweiligen politischen und wirtschaftlichen Hintergründe der Münzherstellung erfahren.

Hinter dem MoneyMuseum steht als Trägerstiftung die Sunflower Foundation. Deren Name ist nicht zufällig zustande gekommen. Er drückt die Philosophie aus, auf der das MoneyMuseum wie überhaupt das Wirken von Jürg Conzett, dem Gründer der Stiftung, beruhen. Die Sunflower, die Sonnenblume, steht für Grosszügigkeit, Balance, Harmonie und Überfluss im positiven Sinn, aber auch für Zufall und Individualität.

Eine Ausstellung zur Entwicklung des Geldes in Ost und West

Gleichgültig, ob man in der Schweiz, in den USA oder in China zur Kasse gebeten wird, das System ist das gleiche: Akzeptiert werden vom Material her wertlose Münzen und Geldscheine, die ausschliesslich im jeweiligen Land Gültigkeit besitzen. Damit hat sich ein Geldsystem durchgesetzt, in dem der Staat Anspruch auf das Währungsmonopol erhebt. Und doch war der Weg dahin in West und Ost ein grundlegend anderer, wie dieser Streifzug zeigt.

In jeder Geschichte finden sich Charaktere, die aktiv ins Zeitgeschehen eingriffen und deren Tun weit in die Zukunft strahlte, ganz unabhängig davon, ob sie bereits zu Lebzeiten erfolgreich waren – und ob sie sympathisch waren oder nicht. Menschen also, die die Zukunft «neu erfanden». Auch die Zürcher (Geld-)Geschichte ist von ihnen geprägt: so von Persönlichkeiten wie Pfarrer Zwingli, Bürgermeister Waser oder den Unternehmern Escher und Duttweiler. Und nicht zuletzt spielen in ihr auch «kleine Leute» eine Rolle. Die Ausstellung «Die Zürcher und ihr Geld» hat in 20 Stationen davon erzählt. Diese DVD greift in Booklet und Video einige von ihnen auf.

In jeder Geschichte finden sich Charaktere, die aktiv ins Zeitgeschehen eingriffen und deren Tun weit in die Zukunft strahlte, ganz unabhängig davon, ob sie bereits zu Lebzeiten erfolgreich waren – und ob sie sympathisch waren oder nicht. Menschen also, die die Zukunft «neu erfanden». Auch die Zürcher (Geld-)Geschichte ist von ihnen geprägt: so von Persönlichkeiten wie Pfarrer Zwingli, Bürgermeister Waser oder den Unternehmern Escher und Duttweiler. Und nicht zuletzt spielen in ihr auch «kleine Leute» eine Rolle. Die Ausstellung «Die Zürcher und ihr Geld» hat in 20 Stationen davon erzählt.

Letzte Änderung:11/08/2025

unsere Videos

Unsere Videos entstehen oft spontan, fangen aber stets spannende Blickwinkel auf das Thema Geld ein. Sie bereichern Gruppen-Besprechungen und den Unterricht, indem sie Diskussionen anregen und komplexe Inhalte lebendig vermitteln.

Erfolgsgeheimnisse

Was sind Erfolgsgeheimnisse?

Während vielen Jahren habe ich Unternehmer beraten, wie sie ihr Geld anlegen sollen. Ich hatte dabei viele interessante Gespräche, habe viel gelernt, diese Arbeit hat mich wirklich fasziniert. Jede Story war anders. Daraus habe ich meine Geldgeheimnisse formuliert, davon habe ich mein Anlagewissen verfeinert, und so ist die Idee des MoneyMuseums entstanden. Davon werde ich Ihnen in dieser Serie eine Auswahl präsentieren. In knapp 2 Minuten wird etwas Wertvolles vermittelt. Ich habe oft über diese porträtierten Persönlichkeiten nachgedacht und Parallelen zu meinem eigenen Leben gefunden. 

 

Letzte Änderung:29/09/2019

Geldgeheimnisse

Was sind Geldgeheimnisse?

Ein Geheimnis ist etwas, das man nicht in Worten ausdrücken kann - aber viel Wahrheit beinhaltet. Sobald es ausgesprochen wird, ist es kein Geheimnis mehr. So auch mit den Parabeln in der Bibel. So bleibt immer eine Unsicherheit, wie sie zu interpretieren sind. Ob Jesus schon von finanziellen Anlagemöglichkeiten in der Parabel vom Investieren (Lukas 8) sprach? 

 

Markus 12: Parabel über die Gabe

Lukas 08: Parabel vom Investieren

Matthäus 25: Parabel vom anvertrauten Geld

Matthäus 20: Parabel über Gerechtigkeit

Markus 10: Parabel über Reichtum

Lukas 12: Parabel vom Horten

Markus 14: Parabel über Wert und Preis

Peter Koenig: Aus Liebe zum Geld?

Wie gross ist eine Billion?

Letzte Änderung:29/09/2019

Geld-Krisen

Die folgenden Videos illustrieren eine Reihe von individuellen, sozialen und Umwelt-bezogenen Krisen. In Workshops diskutieren wir den allfälligen Zusammenhang all dieser Krisen mit den Anforderungen der modernen Marktwirtschaft, mit unserem Geldsystem. 

 

Oel gegen Geld in Ecuador - die Folgen

Ecuador zahlt das chinesische Darlehen mit Oel zurück, wie vertraglich abgemacht. Aber die Konsequenzen sind verheerend, für viele. „Es hat uns gespalten und aus Freunden und Verwandten Feinde gemacht. Die einen wollen das schnelle Geld, die anderen denken an ihre Kinder, die den Preis für die Ausbeutung zahlen werden". Dahinter steckt System. Das System einer Geld- und Wirtschaftsordnung, die unerbittlich die Einhaltung ihrer Regeln verlangt. 

Ist die Subsistenzwirtschaft – der Anbau von Nutzpflanzen und die Haltung von Tieren zur Selbstversorgung – Ursache von Armut in ländlichen Regionen? Ein Forscher erzählt von Selbstversorgern und Monokulturen.

Sinnkrisen aus der Zeit der Reformation - auch damals hat sich die Welt, die Kultur, das Denken gewandelt, so wie heute. Bei der Notwendigkeit zur Sinnfindung hat sich nichts geändert.

Vom Scheitern in unserer Zeit 

Im Alltag gilt, dass Zielverfehlungen eher tabuisiert sind und zum Abschieben von Verantwortung sowie der Suche nach Schuldigen führen. Es scheint heute so zu sein: Scheitern und kein Ende. Aber es kommt darauf an, was man daraus macht. Ein Arbeitspsychologe berichtet. 

Die Sinnkrise des Augustinus von Hippo (um 400 n.Chr.)

Augustinus machte Karriere, dann aber hinterfragte er das System und stieg aus. Ein Bericht von Ursula Kampmann.

Spaltung der Gesellschaft - am Beispiel der USA

Wealth Inequality in America: Ein Forscherteam der Harvard Business School und Duke University löst 2012 mit ihrem 4-seitigen Paper ein nachhaltiges Staunen aus. 22 Millionen mal wurde die  YouTube-Umsetzung aufgerufen, der Videoproduzent blieb unbekannt. 

The Billionn $ Crisis 2008

Die Finanzkrise von 2008 ist nicht aus dem Nichts gekommen und nicht die erste ihrer Art. In ihrem Ausmass aber ist sie von gigantischer Einmaligkeit. Dieser Film erzählt die Chronik ihres Entstehens. Es ist die Geschichte eines Kartenhauses, das – auf Basis des realen Häusermarkts in den USA – immer schneller immer höher gebaut wurde, bis es schliesslich kollabierte und dabei ein bisher ungekanntes Quantum an Geld, Sicherheit und Vertrauen vernichtete ...

 

Klimawandel - am Beispiel der französischen Revolution 1789

Ein Beispiel für viele Revolution: Hunger war der Auslöser der Revolute. Die Frage aber bleibt: was löste den Hunger aus?

Klimawandel 1816

Was wäre, wenn die Klimakatastrophe bereits heute stattfände? Sie denken, das ist unmöglich? Dann lassen Sie sich die Geschichte vom Jahr ohne Sommer erzählen.

Letzte Änderung:28/06/2025

Vorträge online

Prof. Dr. Theo Wehner, Arbeits- und Organisationspsychologie, ETH


Eske Bockelmann


Urs Birchler

Geld ist ein Märchen


Jürg Conzett


Heidi Lehner

Letzte Änderung:27/09/2019

Reise durch die Welt des Geldes

Reise durch die Welt des Geldes ist  eine Videosammlung von sprechenden Münzen, die ihre Geschichte erzählen. Alle Videos dauern ungefähr 5 Minuten. Das Spektrum der Podcasts ist so bunt wie die ganze numismatische Welt. Sie können auf jedem Smartphone konsumiert werden. Verantwortlich für die Produktion der Podcasts ist Ursula Kampmann.

Reise durch die Welt des Geldes


Letzte Änderung:28/06/2025

Geldkritik - individuelle Aussagen

Personen werden in 90-Sekunden-Videos nach ihrer Meinung zu Geld befragt. 

Wie erleben Sie Geld? Was stört Sie daran, ausser dass man zu wenig davon hat? Was würden Sie sich anders wünschen? Haben Sie überhaupt schon über Geld nachgedacht?

 

Letzte Änderung:28/06/2025

Krisen - Menschen sprechen von ihren Erfahrungen

Letzte Änderung:03/07/2020

Interviews zu Geld

Diese Videos entstanden aus einer Zusammenarbeit zwischen Lisa Saruj Oehler und Oliver Sachs. Junge Menschen werden befragt, was Geld für sie bedeutet. Damit wird keine Enzyklopädie des Geldverhaltens zusammengetragen, aber die Videos dienen als Basis und Inspiration für Gruppendiskussionen. 

 

Letzte Änderung:11/08/2025

Krisen - persönliche Krisenphasen

Letzte Änderung:03/07/2020

unsere Publikationen

Die Publikationen des MoneyMuseums bieten wertvolles Wissen, das wir allen kostenlos zugänglich machen. So können sich Besucher bereits vorab vorbereiten oder nach ihrem Besuch vertieft in die Themen eintauchen – jederzeit frei zum Download verfügbar.

MoneyMuseum Bücher (desktop)

Im Schatten der Adler Roms

Geldgeschichten mit Pfiff - ein Lehrkompendium für alle

Kleine Galerie von Wirtschafts- und Sozialreformern

Lothar Märkl - Der Finanzfaust

Drachme, Dirhem, Taler, Pfund

Was historische Karten uns erzählen - kleiner Atlas zur Weltgeschichte

Wenn Münzen miteinander lachen und streiten

Karl Walker: Das Geld in der Geschichte

Hans Peter Treichler, Die Tyrannei des Geldes

Abschaffung des Geldes

Verena Conzett - Erstrebtes und Erlebtes

Hans Peter Treichler - Die Arbeiterin in Zürich um 1900

30 dreiste Lügen über Geld

Eske Bockelmann - Im Takt des Geldes

Die Zürcher und ihr Geld (Ausstellungskatalog MoneyMuseum)

Anders Wirtschaften

KISS - Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften

Liebeskrank - ein Interview

Letzte Änderung:11/08/2025

Bibliophile Bücher (desktop)

Letzte Änderung:28/06/2025

MoneyMuseum booklets (desktop)

Abschaffung des Bargeldes

12 MoneyMuseum Thesen

Geld: Was ist Geld? Ein Raster

Workshop zu "Im Takt des Geldes"

Im Takt des Geldes

Geld: Was ist Geld? 12 Begriffe

Serendipity - for Friends of Sunflower

Sunflower

Letzte Änderung:30/06/2025

Bücher booklets (desktop)

Weltbilder des Mittelalters

Du - Manesse - Diogenes

Literatur - 100 Kurzportraits

Literatur II - Favoriten des MoneyMuseums

Faust-Zitate

Fokus Buch

Martin Schwarz - Der Bücherfreund

Zwingli und das Geld

Letzte Änderung:30/06/2025

Ausstellungs booklets (desktop)

Letzte Änderung:30/06/2025

Unsere Hörbücher

Die Audiofiles erzählen spannende Details aus der Geschichte – lebendig, pointiert und leicht zugänglich. So wird Lernen zu einem frischen, unterhaltsamen Erlebnis, das im Gedächtnis bleibt.

Diocletian: erstes Staatsbudget der Welt

zurück

Im 3. Jahrhundert n. Chr. war das Römische Reich am Ende: Germanische Stämme überfluteten das schlecht geschützte Gebiet, die Römer konnten ihre eigene Verteidigung nicht mehr finanzieren. Ein Mann war es, dem es mithilfe eines gewaltigen Reformprogramms gelang, das Ruder herumzureissen: Diocletian, der Kaiser, der das Staatsbudget in die Weltgeschichte einführte und mit Hilfe einer umfassenden Steuer- und Geldreform die Basis dafür schuf, dass die Kosten gerecht auf alle verteilt werden konnten. Reisen Sie mit diesem Hörspiel in seine Zeit und lassen Sie sich von Diocletians persönlichem Pressereferenten die Finanzpolitik erläutern. Dabei erhalten Sie nicht zuletzt auch einen Eindruck von den Auswirkungen der damaligen Christenverfolgung.


Letzte Änderung:11/10/2019

Finanzkrisen wiederholen sich - Aufstieg und Fall von John Law

zurück

In diesem Hörstück stellt Ihnen Radio MoneyMuseum das bewegte Leben und Wirken eines ganz besonderen Mannes vor. Eines äusserst berüchtigten überdies: Lange Zeit nämlich stand er im Ruf, ein Mörder, Betrüger und Frauenheld zu sein. Wer ist gemeint? Der Schotte John Law – zweifellos eine der markantesten Persönlichkeiten der europäischen Finanzgeschichte. Sein Aufstieg im Paris des 18. Jahrhunderts war beispiellos: Er brachte es vom Bankdirektor und Besitzer einer Aktienkompanie bis zum Generalkontrolleur von Frankreichs Finanzen. Doch so rasant sein Aufstieg, so tief war sein Fall: Denn er bescherte der Grande Nation nicht nur die grösste Papiergeldschwemme, die die Welt je erlebte, sondern auch eins der fürchterlichsten Aktiendebakel.

Fast wäre es übrigens anders gekommen – nur wenig hat gefehlt und John Law wäre schon in jungen Jahren wieder aus der Welt verschwunden. Warum? Hören Sie seine Geschichte und Sie erfahren es ...

Inhalt

  • 01 Intro (0:40)
  • 02 Ein Leben wie ein Roman: Einführung (1:11)
  • 03 1. Station: Das Baby mit dem goldenen Löffel im Mund (1:49)
  • 04 2. Station: Ein Junge mit vielen Talenten (2:05)
  • 05 3. Station: Das neue Leben auf dem Kontinent (2:33)
  • 06 4. Station: Liebe und Freundschaft im Exil (2:31)
  • 07 5. Station: Endlich! – John Laws Durchbruch (3:05)
  • 08 Intermezzo: Die Law’sche Finanztheorie (2:40)
  • 09 6. Station: Die Mississippi-Kompanie (2:12)
  • 10 7. Station: Der Anfang vom Ende (2:59)
  • 11 8. Station: Ein einsamer Tod (3:20)
  • 12 Nachspiel: John Laws Vermächtnis (2:14)

 

Letzte Änderung:11/10/2019

Hannibal

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Rom, 2. Jahrhundert v. Chr. Ort der Handlung: Eine schmuddelige Kneipe. Die Gäste: Ein würdiger Senator und Historiker, sein Enkel und ein alter Sklave, der einst mit Hannibal über die Alpen zog.

Der Zufall bringt die drei an einen Tisch. Worüber sie sprechen? Natürlich über den grossen Punier und die Römer, denen es nach langen Kriegsjahren gelang, ihn zu besiegen; über Schuld und Versagen, Sieger und Verlierer – und natürlich über die grosse Münzreform Roms, die während des Krieges gegen Hannibal durchgeführt wurde. Lassen Sie sich mit diesem Hörspiel in die Zeit des Punischen Krieges entführen und erleben Sie den römischen Sieg einmal aus Verlierersicht.

 

Letzte Änderung:11/10/2019

Die Eroberung des Inkareichs

zurück

In diesem Hörspiel entführt Sie Radio MoneyMuseum in die peruanische Stadt Cajamarca, in einen Tag des Jahres 1532. Es ist ein trauriger, ja katastrophaler Tag für das Land. Denn es ist sein letzter unter heimischer Herrschaft und der Beginn der spanischen Okkupation. Die schrecklichen Ereignisse, die dazu führen, sind für den Inkaherrscher Atagualpa umso demütigender, als er trotz zahlenmässig grosser Überlegenheit seines Heeres gegen eine Handvoll spanischer Hitzköpfe unter Francisco Pizarro verliert.

Wie es zum Zusammenstoss zwischen den ungleichen Gegnern kommt, wie er verläuft und endet – und was in der damaligen Welt sonst noch geschieht –, erfahren Sie hier, und zwar, als ob es gerade passiere.

 

Letzte Änderung:11/10/2019

Träume und Schäume in der Finanzgeschichte - drei Beispiele

zurück

In diesem Hörspiel geht's um die turbulenten Phasen in der Finanzgeschichte – um die grossen Spekulationswellen. Sie entstehen meist, wenn etwas Neues auf den Markt kommt, etwas, das beispiellos ist in der Geschichte, mit dem man noch keine Erfahrungen hat und das Wirtschaft wie Gesellschaft revolutioniert. Und gerade, weil man die Folgen einer solch revolutionären Markteinführung nicht kennt, weil man nicht weiss, was an den Aussagen über das Neue Dichtung und Wahrheit ist, kommt es zu diesen Spekulationsmanien. Sie nehmen selten ein gutes Ende ...

Ein Beispiel aus jüngster Zeit ist die Einführung des Internets. Sie hat nicht nur in der Wirtschafts-, sondern auch in der Arbeitswelt grosse Veränderungen eingeläutet. Ein Jahrhundert früher war es die Eisenbahn, deren Aufkommen bahnbrechende Folgen zeitigte: Nun nämlich war es zum ersten Mal in der Geschichte möglich, schwere Güter relativ leicht und billig über grosse Distanzen zu transportieren. Und noch ein Jahrhundert zuvor war es die umfassende Einführung des Papiergelds, das hohe Wellen warf.

Intro (1 Min.)
Beispiel 1: John Law und der Mississippi-Schwindel 1719–1720 (30 Min.)
Beispiel 2: Börsenhysterie durch die britische Eisenbahn 1842–1844 (35 Min.)
Beispiel 3: Boom und Bust in der New Economy (30 Min.)

 

Letzte Änderung:11/10/2019

Währungen, Werte im Wandel der Zeit

zurück

Dass sich die Kaufkraft von Währungen und die Preise von Produkten ändern können, das kennen nicht nur Leute von heute. Nein, auch in früheren Jahrhunderten gab's darüber viel zu reden. So erfahren Sie in diesem Hörspiel beispielsweise, was einst ein griechischer Obol, ein römischer Sesterz oder Denar, ein fränkischer Pfennig oder Gulden und Groschen zu ihrer Zeit wert waren.

Inhalt

  • 1 Intro (3 Min.)
  • 2 Militärische Auslandabenteuer, teuere Kriegsflotte und zerstrittene Heimatfront – der sichere Weg ins wirtschaftliche und politische Verderben (10 Min.)
  • 3 Luxusfische, billige Arbeitssklaven – Boomzeit im Rom der Zeitenwende (14 Min.)
  • 4 Wirtschaftsflaute, galoppierende Inflation und machthungrige Militärs – schwierige Zeiten fürs römische Imperium (6 Min.)
  • 5 Planwirtschaft – (k)ein Ausweg aus der Misere? (15 Min.)
  • 6 Wirtschaftswachstum dank Pfennigmünze – wie Karl der Grosse die Wirtschaft wieder in Gang bringt (9 Min.)
  • 7 Der Mann hinter den Kulissen (7 Min.)
  • 8 Die schuldengeplagte Landvögtin (7 Min.)

 

Letzte Änderung:11/10/2019

Kulturgeschichte

Die folgenden Beiträge laden dazu ein, grundlegende Begriffe unseres Denkens – Ding, Wahrnehmung, Markt und Wirtschaft – im Spiegel der Kulturgeschichte neu zu betrachten. Sie zeigen, wie sich Vorstellungen vom Mittelalter bis heute gewandelt haben und welche Bedeutung sie noch immer für unser Weltbild besitzen.

Kulturgeschichte des Denkens über Wirtschaft

Autor Walter Oetsch

Walter Oetsch ist ein österreichischer Ökonom und Kulturwissenschaftler, bekannt für seine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte des ökonomischen Denkens und seine interdisziplinäre Forschung. Er ist Seniorprofessor für Ökonomie und Kulturgeschichte an der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung (HfGG) in Koblenz, wo er besonders im Masterstudium „Ökonomie“ lehrt. 

Ötsch ist als einer der führenden Kritiker traditioneller ökonomischer Paradigmen bekannt, thematisiert die sozialen und kulturellen Auswirkungen wirtschaftlicher Theorien und ist Experte für populistische und demagogische politische Diskurse. Sein Buch „Haider Light. Handbuch für Demagogie“ gilt als Standardwerk zur Analyse rechtspopulistischer Rhetorik in Österreich, 2017 folgte „Populismus für Anfänger“ mit Nina Horaczek über Strategien des weltweiten Rechtspopulismus. 

Ötsch untersucht kritisch, wie sich die Wirtschaftstheorie vom Mittelalter bis heute entwickelt hat. Er zeigt, dass zentrale Begriffe wie „Arbeit“, „Geld“ oder „Zinsen“ damals ganz anders verstanden wurden als heute. In seinen Büchern und Vorlesungen erklärt er, wie eng Gesellschaft, Raum, Zeit und wirtschaftliches Handeln miteinander verbunden waren – und wie diese Verbindungen die Entstehung und Verbreitung wirtschaftlicher Theorien geprägt haben.

Der berührende Raum

Das Buch „Der berührende Raum – Frühes und hohes Mittelalter“ von Walter Ötsch bietet eine kritische Einführung in die Kulturgeschichte des ökonomischen Denkens und stellt das mittelalterliche Weltbild und seine Wirtschaftsauffassungen dem heutigen Verständnis radikal gegenüber.

Walter Oetsch: Der berührende Raum

Walter Oetsch booklet "Der berührende Raum" reflektiert

Kernaussagen

Weltbild im frühen und hohen Mittelalter:

  • Die Menschen des Mittelalters lebten in einer symbolisch aufgeladenen, magisch-mythologischen Welt, in der „Dinge“ nicht als neutrale, getrennte Objekte verstanden wurden. Stattdessen war alles Teil eines dichten symbolischen Netzes.

  • Dinge hatten eigene Zwecke und Werte, die meist auf die göttliche Schöpfungsordnung bezogen waren. Alles strebte auf Gott hin; Werte und Zwecke waren in den Dingen selbst verankert.

  • Universalien, also Gattungsbegriffe, galten als real existent. Individuelle Dinge/Menschen waren in größere Ganzheiten eingebunden (z. B. Menschheit, Kirche).

  • Die Gesellschaft und der Kosmos wurden als hierarchisch geordnet und als Sphärenmodell verstanden. Oben standen Gott und die Engel, unten das Irdische; soziale Stände reflektierten diese himmlische Ordnung.

  • Zeit und Raum wurden qualitativ und lokal erlebt: Zeit war zyklisch, mit starken religiösen bzw. liturgischen Komponenten, Raum war erfüllt von besonderen Kräften und Qualitäten.

  • Zeichen und das Bezeichnete standen in einer realen Beziehung. Worte, Zahlen, Farben oder Segen/Flüche hatten unmittelbare Wirkungen.

Wirtschaft und Gesellschaft:

  • Gesellschaften im Mittelalter waren vorwiegend Agrargesellschaften. Die meisten Menschen waren Bauern, oft mit sehr eingeschränkten Rechten und wenig sozialer Mobilität.

  • Grund und Boden, sowie die produzierte Ernte, hatten zentrale Bedeutung. Besitzverhältnisse waren komplex, reichten von der Leibeigenschaft bis zu relativ freien Bauern.

  • Geld (vor allem Münzen) spielte eine geringe Rolle. Es gab kein ausgeprägtes Geldsystem oder eine einheitliche Bezeichnung für Geld. Münzprägung war Privileg der Herrschenden und diente auch der Machtsicherung.

  • Politische Ordnung war kaum institutionell festgelegt, sondern beruhte auf persönlichen Bindungen, Ritualen und dynamisch ausgehandelten Machtverhältnissen.

Kulturelle Praktiken:

  • Berührung und das leibliche Erleben standen im Mittelpunkt der Sinneserfahrung. Sehen galt als eine Form des „berührenden Sehens“.

  • Heilige oder dämonische Orte wurden als reale Kraftzentren empfunden.

  • Zahlreiche Vorschläge im Buch regen dazu an, mittelalterliche Wahrnehmungsformen nachzuvollziehen und kritische Distanz zur eigenen modernen Perspektive einzunehmen.

Der geometrische Raum

Das Buch  "Der geometrische Raum" von Walter Oetsch analysiert, wie sich im Europa des späten Mittelalters und der beginnenden Neuzeit das Denken und Wahrnehmen der Menschen durch die zunehmende Durchdringung des Alltags mit Geld grundlegend wandelte.

 Walter Oetsch: Der geometrische Raum

 Walter Oetsch booklet "Der geometrische Raum" reflektiert

Kernaussagen

Zentrale Inhalte:

  • Die gesellschaftliche Bedeutung von Geld nahm ab dem hohen Mittelalter massiv zu. Neue Praktiken und Institutionen (Kirche, Templerorden, Handel, Banken) sorgten dafür, dass Geldnoten, Kredit und nicht-metallisches Geld immer wichtiger wurden. Alte Formen der Naturalwirtschaft und die Bindung von Boden als Besitz wandelten sich, viele Bauern wurden zu Lohnarbeitern oder verschuldeten sich.

  • Die Kommerzialisierung und Monetäre Revolution führten zu einem europaweiten Handels- und Finanzsystem (z.B. Hanse, italienische Stadtstaaten). Neuartige Formen des Umgangs mit Geld, Zinsen, Preisen und Kredit entstanden.

  • Die Kirche spielte eine zentrale Rolle als Finanzkraft, etwa durch das Ablasswesen und als Kreditgeberin. Moralische Vorstellungen zum Umgang mit Zinsen und Geld wandelten sich.

  • Es vollzog sich ein grundlegender Wandel im Denken über Raum und Zeit: Mechanische Uhren und arabische Zahlen veränderten das Zeitgefühl und die Rechenpraktiken radikal – von zyklischem, naturhaftem Erleben hin zum abstrakten, linearen und „berechnenden“ Denken.

  • Neue Auffassungen von Raum entstanden, etwa als „geometrisch-geistiger“ Raum, in dem Handel, Staat und Wahrnehmung abstrakter, reflexiver und ent-sinnlichter wurden.

  • Schließlich spiegelt sich dieser Wandel in der Wirtschaftslehre: Die Geburt der Politischen Ökonomie mit neuen Theorien über Preis, Wert, Zins und Tausch.

  • Als Folge entstand das „neuzeitliche Individuum“, das sich an Geld, Zeit und abstrakten Strukturen orientiert, jedoch auch vom modernen Kapitalismus und seinen Zwängen geprägt ist.

Das Buch gliedert sich in drei Hauptteile:

  1. Die Durchdringung der Gesellschaft mit Geld (Kirche, Ordnungen, Boden als Ware, Banken, neues Geld),

  2. Wandel von Raum, Zeit und Wahrnehmung (Wirkung der Uhr, Rechensysteme, Wahrnehmungswandel)

  3. Reflexionen dieses Wandels in der Wirtschaftstheorie (neue Begriffe von Preis, Wert, Zins und Entstehung der Politischen Ökonomie).

Kernaussage:
Der Siegeszug des Geldes formte nicht nur Wirtschafts- und Sozialstrukturen, sondern prägte das gesamte europäische Denken, die Wahrnehmung der Zeit, des Raums – und führte zur Entstehung moderner Gesellschaft, Staatlichkeit und Ökonomie.

Der Maschinen-Raum

Der Maschinen-Raum – die Wirtschaft als Maschine?

Die Vorstellung, dass die Wirtschaft wie eine Maschine funktioniert, ist tief im modernen Denken verankert. Besonders seit der Industrialisierung hat sich das Bild der Wirtschaft als ein rationaler, steuerbarer Mechanismus etabliert. In diesem Modell agieren Einzelakteure, Unternehmen und Staaten als Zahnräder, deren reibungsloses Zusammenspiel Wohlstand erzeugt. Doch wie treffend – oder gefährlich – ist diese Analogie wirklich?

Der Maschinenbegriff und seine philosophische Kritik

Martin Heidegger etwa kritisiert, dass sich im technischen Zeitalter der Mensch selbst zum „Bestand“ einer technischen Welt entwickle – also Teil und Funktion einer übergeordneten Maschine werde. Technik, und analog dazu die Wirtschaft, sei nicht länger bloßes Werkzeug, sondern beginne, das menschliche Leben fundamental zu prägen und zu bestimmen. Die Vorstellung der Wirtschaft als Maschine verschleiert so die soziale und politische Dimension ökonomischer Prozesse; sie suggeriert eine natürliche, unumstößliche Gesetzmäßigkeit, die menschliches Handeln determiniert.

Dies birgt zweierlei Gefahr: Zum einen kann die Komplexität echter menschlicher Bedürfnisse und Beziehungen hinter dem technoiden Bild des „Maschinenraums“ verschwinden. Zum anderen wird das Denken in Kategorien von Steuerbarkeit, Effizienz und Optimierung dominant – und soziale sowie ökologische Fragen geraten in den Hintergrund. So mahnt Heidegger, die Technik dürfe nicht zum Selbstzweck werden, sondern müsse weiterhin Mittel für menschliche Zwecke bleiben.

Der Markt als Gott? Die Idealisierung im wirtschaftlichen Denken

In der ökonomischen Theorie wurde der Markt oft zum zentralen Steuerungsmechanismus erhoben. Der österreichische Ökonom Ludwig von Mises etwa beschreibt den Markt als fast göttliche Instanz: „Der Mechanismus des Marktes gibt der kapitalistischen Wirtschaft ihren Sinn.“ Jeder Eingriff des Staates oder anderer gesellschaftlicher Gewalten wird von ihm als „Störung“ dieses eigentlich perfekten Systems betrachtet. Der Markt fungiert in diesem Denken als eine Art unsichtbare Hand, die den Einzelnen lenkt und im Sinne des Gemeinwohls koordiniert.

Diese Idealisierung des Marktes ist philosophisch problematisch. Sie enthebt den Markt dem Bereich menschlicher Gestaltung und Verantwortung und verleiht ihm quasi-transzendente Qualitäten. Der Markt wird so zum Gott, dessen „Gesetze“ unhinterfragt gelten und menschliches Handeln steuern – eine gefährliche Verwechslung von Modell und Realität. Karl Marx und die Kritische Theorie widersprechen diesem Bild deutlich: Die Wirtschaft ist nie nur Mechanismus, sie ist immer auch Ausdruck von Machtverhältnissen, Interessen und sozialen Konflikten.

Der Markt als soziale Konstruktion

Eine fortschrittlichere sozialphilosophische Perspektive betrachtet das Ökonomische nicht als eigenständiges, von der restlichen Gesellschaft entkoppeltes System. Vielmehr ist Wirtschaft immer schon in soziale Praktiken und Lebensformen eingebettet. Regeln, Werte und Interessen prägen, wie „der Markt“ tatsächlich funktioniert. Wirtschaftskrisen, Ungleichheiten und Umweltschäden zeigen, dass das Bild von der perfekten Maschine und dem gottgleichen Markt nicht trägt. Die Wirtschaft ist also keine Maschine – zumindest nicht im Sinne eines neutralen, selbstlaufenden Systems.

Fazit: Wirtschaft als gestaltbarer Raum

Der Maschinenraum der Wirtschaft ist eine Metapher – nicht Wirklichkeit. Wirtschaft lässt sich nicht wie ein technisches System steuern und optimieren, ohne die sozialen und ökologischen Implikationen ernsthaft zu reflektieren. Wer den Markt zum Gott erhebt, trägt dazu bei, Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten zu negieren. Die Wirtschaft bleibt ein Bereich, in dem menschliches Handeln, Macht, Kultur und Werte ebenso viel zählen wie Algorithmen und Effizienz. Kritisches wirtschaftliches Denken sollte darum immer auch die Grenzen mechanistischer Modelle sichtbar machen – und an die Gestaltungskraft freier, mündiger Gesellschaften erinnern.

Lernvideos

Lernvideos von Walter Oetsch

Themen der 6 Lernvideos von Walter Oetsch:

  1. Was ist ein Ding im Mittelalter? (3:53 Min.)

    • Eine philosophische Betrachtung darüber, wie der Begriff Ding im mittelalterlichen Denken verstanden wurde.

  2. Was „sehen“ die Menschen im Mittelalter? (3:22 Min.)

    • Thema: Wahrnehmung, Weltbild und die Art und Weise, wie Menschen des Mittelalters ihre Umwelt interpretierten.

  3. Gibt es Einzeldinge? (2:43 Min.)

    • Reflexion über Individualität und die Existenz einzelner Dinge in der mittelalterlichen Philosophie.

  4. Wie das Sehen und die Bilder eindeutig wurden (2:45 Min.)

    • Analyse der Entwicklung von Wahrnehmung und Bildverständnis – wie Sehen und Sinnbilder an Eindeutigkeit gewannen.

  5. Ist die Wirtschaft eine Maschine? (2:36 Min.)

    • Kritische Auseinandersetzung mit dem wirtschaftlichen Denken und der Vorstellung der Wirtschaft als Maschine.

  6. Ist der Markt ein Gott? (3:08 Min.)

    • Philosophische Reflexion über die Idealisierung des Marktes in Wirtschafts- und Sozialtheorien.

Letzte Änderung:01/09/2025

Silja Graupe - Präsidentin HfGG

Silja Graupe ist eine Wirtschaftsphilosophin, die mit Leidenschaft für eine kritische und pluralistische Ökonomiebildung eintritt. Ihre Hochschule für Gesellschaftsgestaltung (HfGG) ist ein Leuchtturm des Denkens und Handelns – ein Ort, an dem Wirtschaft neu gedacht und der Gemeinsinn statt der reinen Geldlogik in den Mittelpunkt gestellt wird.

Silja Graupes radikaler Bildungsbegriff

Wirklich wirken – Silja Graupes radikaler Bildungsbegriff als Antwort auf die Krise der Gegenwart

Silja Graupe, Trägerin des ISSO-Zukunftspreises 2024, ist keine gewöhnliche Ökonomin. Sie ist Philosophin des Nahen, Pionierin einer transformativen Bildung – und eine Stimme der Hoffnung in einer Zeit, in der viele resignieren. Ihr Werk kreist um eine zentrale Idee: dass wir die Welt nur gestalten können, wenn wir unsere tiefsten Selbstverständlichkeiten hinterfragen – jene „Orte“, die uns prägen, ohne dass wir sie bemerken. In der Tradition japanischen Denkens erkennt Graupe im basho, dem „Ort“, nicht nur einen geografischen Raum, sondern eine energetische Zone des Denkens und Handelns. Dort liegt der Schlüssel für Wandel.

Ihr Denken ist geprägt von einer Absage an die Illusion der Berechenbarkeit. Wo die herrschende Wissenschaft – besonders die Ökonomie – Sicherheit, Kontrolle und Fortschritt beschwört, setzt Graupe auf Ungewissheit, Prozesshaftigkeit und Relationalität. Ihre Diagnose ist eindeutig: Die westliche Rationalität, verkörpert in ökonomischen Denkmodellen, hat uns von der Wirklichkeit entfremdet. Sie erzeugt Ohnmacht, weil sie weder Leid noch Komplexität integrieren kann. Doch Graupe resigniert nicht. Stattdessen gründete sie eine eigene Hochschule: die Hochschule für Gesellschaftsgestaltung. Sie ist kein Ort technokratischer Wissensvermittlung, sondern ein Labor für Menschlichkeit, Verbundenheit und Sinn.

In ihrer Dankesrede verweist sie auf den „vierten König“ – jene mythische Figur, die zu spät kommt, ihre Gaben unterwegs verschenkt, aber gerade dadurch erkennt: Der Sinn des Lebens liegt nicht in Effizienz, sondern im Dienen. Diese Figur ist für Graupe ein Vorbild. Auch sie selbst sieht sich als „Randfigur“, als jemand, der nicht den vorgegebenen Pfaden folgt, sondern Orte schafft, an denen anderes Denken möglich wird.

Graupes Werk ist zutiefst biografisch. In ihrer Kindheit erlebte sie Wirtschaft als lebendige Praxis im elterlichen Handwerksbetrieb – nicht als abstrakte Betriebswirtschaft. In der Pflegearbeit ihrer Mutter begegnete sie früh Schmerz, Sterben, Zuwendung – und lernte, dass wahre Stärke in der Annahme von Verletzlichkeit liegt. Diese Erfahrungen prägen ihr Wirken bis heute. Selbst schwer krank, lehrt sie Studierenden, dass das Leben nicht planbar ist – und gerade darin seine Schönheit liegt.

Silja Graupe wirkt für eine Zukunft, die nicht aus technischen Lösungen entsteht, sondern aus tiefem Menschsein. Sie zeigt, dass wahres Wirken nicht in Kontrolle besteht, sondern in der Bereitschaft, sich berühren zu lassen – vom Leid der Welt, von der Tiefe des eigenen Inneren, von der Dringlichkeit, Bildung neu zu denken. In einer Welt, die ihre Grundlagen verliert, wird ihre Stimme immer wichtiger. Sie lehrt uns: Nicht der Fortschritt rettet uns, sondern die Rückbindung an das, was Menschsein bedeutet.

Letzte Änderung:08/07/2025

Silja Graupe booklets

Die Hochschule für Gesellschaftsgestaltung zeigt mit ihren 4FutureLabs, wie Bildung im 21. Jahrhundert aussehen kann: sinnorientiert, partizipativ und gemeinschaftlich. Im Zentrum stehen nicht Fächer, sondern die Studierenden und ihre Fragen an die Zukunft. Hier wird gelernt, Visionen zu entwickeln, Denkmuster zu hinterfragen und konkrete Schritte für eine lebenswerte Welt zu entwerfen. Die Hochschule schafft Räume, in denen Diskussion, Sinnsuche und Gemeinsinn gelebt werden – und setzt damit ein Zeichen gegen die Ohnmacht vieler junger Menschen. Sie inspiriert andere Hochschulen, Bildung neu zu denken: als aktiven Beitrag zur Gestaltung einer besseren Gesellschaft.

Letzte Änderung:07/09/2025

video Beiträge

Das Video zeigt drei wesentliche Erkenntnisse: Wahre Weisheit erwächst aus der Annahme von Verletzlichkeit, nicht aus der Jagd nach Erfolg. Graupe stellt die Logik von Kontrolle und Effizienz in der Ökonomie radikal infrage. Und aus eigener Krankheit schöpft sie eine neue Form von Hoffnung – eine, die Bildung wieder menschlich macht.

 

Das Video zeigt, wie ein einziges VWL-Lehrbuch über Jahrzehnte das Denken ganzer Generationen formte und bis in die Politik hineinwirkte. Es kritisiert das mechanistische Menschenbild des Homo oeconomicus und die technokratische Sichtweise vieler Ökonomen. Am Ende ruft es dazu auf, festgefahrene Denkmuster zu überwinden und die Rollen von Demokratie und Gesellschaft neu zu denken.

 

Das Video zeichnet die Entwicklung des Schicksalsbegriffs nach – von der antiken Vorstellung der von der Moira bestimmten Fremdbestimmung über das christliche Zusammenspiel von Freiheit und Verantwortung bis hin zur aufklärerischen Verbindung von Vernunft und Zufall. Heute liegt die Deutung des Schicksals in unseren eigenen Händen: Sinn entsteht, wo wir kreativ auf das Geschehen antworten und unsere Geschichte selbst gestalten.

Letzte Änderung:02/11/2025

Der Film

Der Film Eruption macht deutlich, dass Bildung heute einen radikalen Wandel braucht – so kraftvoll und unumkehrbar wie eine geologische Eruption. Kleine Korrekturen reichen nicht aus, es braucht tiefgreifende Veränderungen, um den Herausforderungen unserer Zeit gerecht zu werden.

Letzte Änderung:11/08/2025

Conzett & Huber Druckerzeugnisse

Du Magazin und die Manesse Bibliothek sind zwei prägende Namen aus der langen Geschichte von Conzett & Huber. Verena Conzett gab dem Unternehmen ihren unverwechselbaren Stil – ihre soziale DNA wirkt bis heute fort und zeigt, dass erfolgreiches Wirtschaften und gesellschaftliches Engagement Hand in Hand gehen können.

DU Magagin

Das du war konzeptuell etwas Neues. Auf zwei verschiedenen Papiersorten produziert, bot es eindrückliche Texte verbunden mit hochwertigen Reproduktionen von zentralen Werken der Kunstgeschichte, die in einer Zeit ohne Internet und Massentourismus nur die wenigsten gesehen hatten. Das du ermöglichte seinen Abonnenten eine Reise im Kopf und hob sich damit wohltuend von den anspruchslosen Illustrierten ab.

Chefredaktor Arnold Kübler machte das du zur moralischen Instanz. Bis hin zu seiner letzten Ausgabe. Noch im Editorial des Weihnachtshefts von 1957 las er den Schweizern die Leviten, und zwar wegen ihrer Gleichgültigkeit während des Zweiten Weltkriegs.

Letzte Änderung:07/09/2025

Manuel Gasser

Hatte Kübler keine Erfahrungen als Redakteur, als er seine Arbeit bei Conzett & Huber aufnahm, war sein Nachfolger Manuel Gasser ein journalistisches Schwergewicht. Geboren am 28. Juli 1909 in Zürich, veröffentlichte er schon als 15-jähriger erste Feuilletons im Luzerner Tagblatt. 

Gasser leitete bis 1957 das Feuilleton der Weltwoche, unterbrochen nur von längeren Aufenthalten als Korrespondent der NZZ in Berlin, München und London. Doch nach dem Tod Karls von Schumacher in eben diesem Jahr, entschloss er sich, die Stelle zu wechseln. So kam es zum Vertrag mit Conzett & Huber. Gasser leitete das du bis 1974.

Letzte Änderung:07/09/2025

Conrad Conzett

Fast sechs Millionen Deutsche emigrierten im 19. Jahrhundert in die USA. Die schleichende Verarmung der Bauern und Fabrikarbeiter durch die einsetzende Industrialisierung sorgte für genug Auswanderwillige. Spätestens nach dem Scheitern der Revolution von 1848 lockte Amerika auch viele Liberale mit dem Versprechen größerer Freiheiten. 

Aber auch für Schweizer führte der Weg ins Land der endlosen Möglichkeiten häufig erst über die deutschen Hafenstädte Hamburg oder Bremen. Einer dieser Auswanderer war Conrad Conzett (*1848 bis +1897). Aus der beschaulichen Schweizer Heimat Chur zog es ihn immer wieder in weite Welt: Dreimal trat er die Fahrt über den großen Teich an, dreimal kehrte er zurück. Seine Erfahrungen fasste der gelernte Buchdrucker in einem Ratgeber für künftige Auswanderer zusammen, das er 1871 im Selbstverlag veröffentlichte.

Mehr darüber erfahren Sie hier.

Letzte Änderung:07/09/2025

Der Volksfreund

Im Kontext des späten 19. Jahrhunderts -- einer Zeit großer sozialer und politischer Veränderungen in vielen Teilen der Welt -- gab es Zeitungen mit dem Namen "Der Volksfreund" für Themen wie soziale Gerechtigkeit, politische Reformen, Arbeiterrechte oder die Förderung von Bildung und Aufklärung. Dies war auch die Zeit der Industrialisierung, der Entstehung von Arbeiterbewegungen und der Ausweitung des Wahlrechts in vielen Ländern, Themen, die in der Presse jener Zeit oft diskutiert wurden. Conrad Conzetts Zeitung erschien täglich, wurde damals noch in seiner Druckerei in Chur produziert und kostete im Jahresabonnement Fr. 6.-. Ein interessantes historisches Dokument.

Letzte Änderung:07/09/2025

In Freien Stunden

Das 20. Jahrhundert war eine Zeit großer Vielfalt in der Publikationslandschaft, in der zahlreiche Zeitschriften und Magazine zu einer breiten Palette von Themen veröffentlicht wurden, von Literatur und Kunst über Wissenschaft und Technologie bis hin zu politischen und gesellschaftlichen Diskussionen. Zürich, als kulturelles und wissenschaftliches Zentrum der Schweiz, war ein fruchtbarer Boden für die Herausgabe von periodischen Publikationen. In Freien Stundenkombinierte Literatur, Kultur, Freizeit und Bildung und hatte während über 50 Jahren grossen Erfolg.

Letzte Änderung:07/09/2025

Versicherungsgeschäft

Wenn der Kleinbetrieb Conzett & Huber vom Jahre 1908, der damals nur etwa zehn Arbeiter beschäftigte, zum Unternehmen von Weltruf wurde, so nahm diese erstaunliche Entwicklung mit der Gründung dieser Zeitschrift ihren Anfang 1908. Verena Conzett, die die Redaktion übernahm, umschrieb die zu erfüllende Aufgabe mit diesen Worten: «Unser Blatt will allen etwas bieten, gross und klein, Frauen und Männern, Ernsten und den Humorvollen, allen, die der Arbeit müde und der Erholung bedürftig sind. Romane und Novellen sol es enthalten, wissenschaftliche Aufsätze, Anekdoten und Tagesneuigkeiten, und zwar werden wir uns bemühen, recht sorgfältig in der Auswahl des Stoffes zu sein und vor allem nur das Beste zu bieten. Ales Unschöne, nur auf den momentanen Effekt Hinzielende, wird auf der Seite gelassen.» Verena Conzett war auch bemüht, ihren Abonnenten finanzielle Sorgen abzunehmen. Das geschah durch die Erweiterung und Verbesserung der damals noch in den Anfängen stehenden Abonnentenversicherung. Schon vier Jahre nach der Gründung verzeichnete In Freien Stunden eine Auflage von 40.000 Exemplaren. Im Jahre 1925 erhielten die «Freien Stunden» eine Schwesterzeitschrift, die «Zürcher Illustrierte».

Letzte Änderung:07/09/2025

Verena Conzett

Verena Conzett wird für ihre bemerkenswerte Lebensgeschichte, ihren Einsatz für soziale und politische Belange sowie für ihren Beitrag zur Entwicklung des Geschäftslebens und Verlagswesens erinnert. Sie war eine starke Persönlichkeit, die sich für die Rechte der Arbeiter einsetzte, politisch aktiv war und sich für den internationalen Frieden engagierte. Ihr Wirken in der Druckerei und im Verlag, ihre Geschäftserfolge und ihre Bemühungen um soziale Gerechtigkeit haben bleibenden Eindruck hinterlassen. Darüber hinaus wird Verena Conzett für ihre Standhaftigkeit, Entschlossenheit und ihren Mut in schwierigen Situationen erinnert. Trotz persönlicher Rückschläge und Herausforderungen hat sie sich nicht entmutigen lassen und ist unbeirrt ihren Weg gegangen. Ihr Erbe als starke und engagierte Frau, die sich für ihre Überzeugungen einsetzte, wird bis heute geschätzt und geehrt.

Letzte Änderung:07/09/2025

Geschichte und die drei Enkel

Conrad war kulturell-publizistisch geprägt und stand der verlegerischen Tradition sowie dem öffentlichen Diskurs nahe. Hans agierte eher kaufmännisch-organisatorisch und verband Geschäft, Struktur und Netzwerk. Reto war technisch-unternehmerisch orientiert, mit Fokus auf Ingenieurskunst, Umsetzung und Aufbau von Betrieben.

Letzte Änderung:07/09/2025